Die Rache

eine Ballade von Ludwig Uhland
  1. Der Knecht hat erstochen den edlen Herrn,
  2. Der Knecht wär selber ein Ritter gern.
  3. Er hat ihn erstochen im dunklen Hain
  4. Und den Leib versenket im tiefen Rhein.
  5. Hat angeleget die Rüstung blank,
  6. Auf des Herren Roß sich geschwungen frank.
  7. Und als er sprengen will über die Brück‘,
  8. Da stutzet das Roß und bäumt sich zurück.
  9. Und als er die güld’nen Sporen ihm gab,
  10. Da schleudert’s ihn wild in den Strom hinab.
  11. Mit Arm, mit Fuß er rudert und ringt,
  12. Der schwere Panzer ihn niederzwingt.
Illustration zur Ballade «Die Rache»

Hintergrund

Die Ballade Die Rache wurde von Ludwig Uhland verfasst und entstand vermutlich im Jahr 1810. Uhland stand zu dieser Zeit kurz vor dem Abschluss seines Studiums der Rechtswissenschaft in Tübingen, wo er Mitglied eines poetischen Kreises war, der sich für moderne Ansätze in der romantischen Literatur einsetzte. Neben ihm gehörten diesem unter anderem Justinus Kerner und Karl Mayer an.

Uhland verfasste in diesen Jahren die meisten seiner lyrischen Werke, wobei Die Rache auch heute noch zu den bekanntesten Balladen des Dichters zählt. Das liegt vermutlich darin begründet, dass sie sich ideal als Einstieg in die Welt der Balladen eignet, da alle typischen Merkmale der Gattung trotz der Kürze zu finden sind.

Die Ballade erzählt von einem Knecht, der aufbegehrt und seinen Herren ermordet, um selbst ein Ritter zu werden und dadurch unausweichlich ins eigene Unheil steuert und aufgrund seines grausamen Hochmuts stirbt.

Der Text hat sechs Strophen, die aus je zwei Versen gebildet werden, die paarig reimen. Es handelt sich um eine kurzweilige Kunstballade, die oft als Einstieg in die Welt der Balladen genutzt wird (vgl. Balladen für die 7. Klasse).

Inhaltsangabe

Die Rache ist eine Ballade von Ludwig Uhland, die 1810 veröffentlicht wurde. Es wird von einem Knecht erzählt, der seinen Herrn, einen Ritter, ermordet, um selbst zum Ritter zu werden. Nachdem er den Leichnam des Ritters im Rhein versenkt hat, legt er sich die Rüstung an und steigt auf dessen Pferd.

Als er dem Pferd die Sporen gibt, scheut dieses jedoch und wirft ihn ab, woraufhin der Knecht in den reißenden Fluten landet. Die gestohlene Rüstung ist so schwer, dass sie den Knecht hinabzieht und dieser ertrinkt.

Analyse

Gedichtart Ballade (Kunstballade)
Strophen 6 Strophen á 2 Verszeilen mit insgesamt 85 Wörtern.
Versmaß
(Metrum)
Im Text findet sich kein durchgängiges Metrum. Allerdings enden sämtliche Verse mit einer männlichen Kadenz, enden also auf eine betonte Silbe, was Entschlossenheit und Härte vermittelt.
Reimschema Paarreim (aa bb cc ...)
» Balladen von Ludwig Uhland «
Letzte Aktualisierung 23. Mai 2026, 3:40 UhrMonatliche Leser1208✭ Beliebtes Werk➚ Text trendet
Die Rache von Ludwig Uhland wurde von balladen.net heruntergeladen, einem kostenlosen Literaturprojekt von Jonas Geldschläger.

Quelle: https://balladen.net/uhland/die-rache/
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